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Das Kochen und ein Semi-Narr

Neulich konnte ich an einem Kochseminar im Waldviertel teilnehmen.

Sechs Stunden lang wurde geschnitten, geknetet, gerollt, gebraten, abgeschmeckt, angerichtet und – keinesfalls zu vernachlässigen – genossen.
Grob gesprochen gab es dabei zwei Phasen, die sich abwechselten: Das Zubereiten eines Gerichtes und das Verspeisen desselben. Unseren Gastgeber, einen bekannten Mützenkoch, konnten wir bei der Begrüssung, kurzen Stippvisiten in der Küche sowie bei der Verkostung treffen.

Einen viel schwereren Stand hatte der Küchenchef, musste er doch alle 9 Teilnehmer, die in bester Absicht zielstrebig – aber planlos – drauflos werkten, gleichzeitig anleiten und bremsen.
Nicht immer gelang alles perfekt. So wurden (fast) fertige Knödel, ganz wie zu Hause ohne zu testen, sofort gekocht. Sehr zum Unwillen der Knödel.
Diese ähnelten danach, anstatt einer Kugel, bestenfalls einer Ellipse.  Durch einen kleinen Griff in die Trickkiste – “Wir haben in der Zwischenzeit neue zubereitet…” – wurde dieses Problem elegant umschifft.

Dieser Trick “Wir haben dies mal vorbereitet” wurde durchaus öfters angewandt, etwa bei allen Vorgängen die länger als 30 Minuten in Anspruch nahmen. So kamen die Braten immer mühelos und komplett fertig aus dem Ofen, ohne diese vorher übergießen oder etwa drei Stunden warten zu müssen. Trotzdem wurden alle Tricks und Kniffe verraten und demonstriert, die zu dem gelungenen Gericht führten.

An diesem Abend konnte ich gemeinsam mit den anderen Teilnehmern viel lernen. Unter anderem, dass sich Werner Gruber (nicht anwesend) und Toni Mörwald etwa in Fragen des Niedertemperaturgarens von ganzen Braten (auf den ersten Blick) wiedersprechen. Oder das Knödel viel Ruhezeit benötigen – nicht so sehr wegen dem Geschmack, sondern wegen der Optik. Oder…

Das Erstaunlichste daran war jedoch, wie einfach mit einem guten Rezept, 9 Laien trotz – oder vielleicht wegen – hoher Motivation tolle Gerichte zubereiten können. Es zeigt sich, jeder kann kochen.
Alles was man dazu benötigt, sind gute Zutaten, ein gutes Rezept und einen erfahrenen Küchenchef…

Posted in Impressionen, Reiseberichte.

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