Jemand macht einen Urlaub. Weil Urlaub alleine nur halb so interessant ist, nimmt er einen Freund mit.
Von Fernsehwerbung eines Telekomunikationsunternehmens über schnell stattfindende Einbrüche beunruhigt, beschließt er seine Wertsachen lieber mitzunehmen. Damit diese nicht so auffallen, verwendet er einen speziellen Koffer mit doppeltem Boden. Bedauerlicherweis hat er bei einer Europarundreise vergessen, dass die Schweiz nicht zur EU gehört. So kam es, dass der italienische Zoll seine Wertsachen beschlagnamte.
So könnte es gewesen sein.
Wahrscheinlich aber eher nicht.
Fest steht, am 3. Juni kontrollierten italienische Zollfander zwei Zugreisende mit japanischen Pässen. In einem Koffer fanden sie dabei Wertpapiere (Staatsanleihen, Bonds) im Wert von 134 Milliarden US Dollar, dass sind etwa 96 Milliarden Euro. Da die Ausfuhr von mehr als 10.000 Euro aus der EU anmeldepflichtig ist, sind empfindliche Strafen (bis zu 40 Prozent der Summe) fällig.
Diese Summe könnte Italien sicher gut gebrauchen. Dafür müssen die Wertpapiere aber echt sein. Deren Echtheit wird allerdings noch überprüft. Zumindest 10 sogenannte Kennedybonds im Wert von je 1 Milliarde Euro scheinen zweifelhaft zu sein. Laut eines Online-Mediums wurden so hohe Anleihen nie ausgegeben.
Die viel interessantere Frage ist jedoch, warum jemand mit Wertpapieren, die den Inhaber in etwa zum viertgrößten Gläubiger der USA machen, im Koffer spazierenfährt, wird wohl so schnell nicht zu beantworten sein. Details finden sie etwa hier oder hier.

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