Dies wird wohl das letzte Mail aus der Schweiz sein.
Nach langem, schweren Aufenthalt werde ich Ende dieser Woche meine Rückreise antreten.
Während meines Aufenthaltes habe ich 3(!) Sprachbarrieren überwunden:
Österreichisch – Deutsch:
Die Schweizer haben mich ja verstanden, allerdings gab es auch Deutsche Hochschultouristen und die taten sich mit einem vernünftigen Dialekt schwer. Wie dem auch sei, ich habe mich der Herausforderung gestellt und wurde nach heroischen Anstrengungen für alle verständlich.
Schweizerdeutsch – Deutsch:
Nach meinen Anstrengungen, mich den Deutschen verständlich zu machen, stand ich vor der nächsten Herausforderung: Mich verstanden die Schweizer, nur umgekehrt gab es kleinere Mängel. Diese konnten aber mit Geduld und Ausdauer überwunden werden.
Französisch – Deutsch(und retour):
Die ist wohl die einzige Sprachgrenze die noch nicht ganz dem Schengener (Verständnis)Abkommen beigetreten ist. Dies mag wohl an dem kurzen Aufenthalt in der französischsprachigen Schweiz gelegen sein, oder auch an der campusartigen Struktur des CERN Geländes. Immerhin spricht hier (fast) jeder Englisch. Die Personen die unter “fast” fallen sind allerdings die schmerzlicheren. Diese verteilen das Essen oder versuchen einem mitzuteilen dies oder jenes sei scharf oder so. In so einem Fall hat die Sprachbarriere auch physische Auswirkungen. Zu guter Letzt hatte ich allerdings kein Problem mehr mit Französisch – nur mehr die Franzosen….
Während meines Aufenthaltes konnte ich die verschiedensten Städte, Ortschaften und Gegenden der Schweiz unsicher machen. So hatten etwa Bern, Baden, Luzern und Genf die Ehre meine Bekanntschaft machen zu dürfen.
Dieses Wochenende habe ich die Gelegenheit auch noch das Rhone Tal unsicher zu machen ergriffen. Ich meine damit natürlich nicht den französischen Teil, sondern den schweizer Oberlauf. D.h. bis zum Genfersee. Als Besichtgungspunkt habe ich mir Sion ausgesucht. Ein kleines Städtchen mitten in einem Tal. In dem Tal ist auch ein Fluß und der heißt Rhone. Wie ich zu meiner Überraschung feststellen mußte. Bis dahin dachte ich nämlich, die Rhone beginnt am Genfersee. Anscheinend fließt die Rhone aber DURCH den Genfersee und ist am anderen Ende noch immer als derselbe Fluß erkennbar… Wie das funktioniert fragt aber bitte jemand anderen.
Zurück zu Sion, der Stadt im Tal. In diesem Tal ist auch ein Hügel. Um die Stadt zu schützen, gibt es darauf zwei Burgen. Nebeneinander. Doppelt hält ja bekanntlich besser.
In einer der beiden befindet sich auch die älteste Orgel Europas. Anscheinend werden Orgeln noch an irgendeinem anderen Ort der Welt verwendet, sonst wäre diese die älteste Orgel der Welt. Die Orgel befindet sich in einer Kirche in der Burg und diese ist deshalb in der Burg, weil Sion ein Bischofsitz ist(und war). Heute wohnt der Bischof zwar nicht mehr in der Burg, die Orgel ist aber immer noch dort.
Fest steht, Sion ist ein nettes Städtchen mitten in der Schweiz. Wenn man – mehr oder weniger – zufällig am Rhonetal vorbeikommt, eindeutig einen Besuch wert. Die Aussicht und die (Wein)Berge ringsum sind für Wanderungen/Spaziergänge zu empfehlen. Der dortige Wein soll sogar sehr gut sein. Überprüfen konnte ich dies leider nicht.
Damit komme ich zum Schluß meines – wohl letzten – Berichtes über die Schweiz und ihre Eigenheiten.
Mir bleibt nur noch meine Semesterarbeit fertigzuschreiben. Danach breche ich ebenfalls auf und folge diesem Bericht zurück nach Österreich.
P.S: Sion war unter den Bewerbern für die olympischen Winterspiele, also vielleicht doch nicht so klein und verschlafen…

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